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Die Wing Tsung® Prinzipien Die Vier Kampfprinzipien
Das Prinzip des Vorgehens soll mehrere Zwecke erfüllen:
Im Wing Tsung® gibt man den Kontakt mit den Armen und Beinen des Gegners - einmal hergestellt - nicht mehr auf. Der Wing Tsung®-Kämpfer klebt förmlich am Gegner, kontrolliert ihn und lässt ihm dadurch keine Chance für weitere Angriffe. Durch das Chi Sao-Training (Gefühlstraining) lernt der Kämpfer, permanenten Druck auf den Gegner auszuüben, die kleinste Lücke zu fühlen und in diese vorzustoßen.
Im Wing Tsung® arbeitet man nicht gegen die Kraft des Gegners, sondern nutzt diese Kraft und wendet sie gegen ihn. Dies geschieht nicht wie in anderen Kampfsportarten durch weiche, runde oder kreisförmige Bewegungen, sondern durch ruckartige (Jat Sao), schneidende (Huen Got Sao), ziehende (Lap Sao) oder elastische und federnde Bewegungen (Bong Sao), die dem Gegner die Kraft aus dem Angriff nehmen und ihn aus dem Gleichgewicht bringen. Der Gegner gerät aus der Balance, verliert die Zentrallinie und hat keine Chance mehr, zurück in den Kampf zu finden. Bei starken Angriffen wendet der Wing Tsung®-Kämpfer, und zwar mit dem ganzen Körper. Die Wendung erfolgt dabei maximal bis zu einem Winkel von 60 Grad.
Im Wing Tsung® folgen wir dem Gegner, halten dabei aber immer den Vorwärtsdruck und Kontakt mit dessen Händen und Füßen aufrecht. Dadurch geben wir dem Gegner keine Chance, Kraft zu sammeln und einen zweiten Angriff zu starten.
Die Vier Kraftprinzipien
Der Wing Tsung®-Schüler lernt schon in der ersten Form (Siu Nim Tao), seine gesamte Muskulatur zu entspannen und locker zu bleiben. Dabei ist mit "locker" oder "weich" nicht gemeint, dass der Schüler bei der kleinsten Berührung aus dem Stand gestoßen werden kann, sondern er lernt, seine Muskeln bewusst und gezielt einzusetzen. Nur der Teil der Muskulatur, der gerade benötigt wird, ist aktiv und angespannt. So sollte z.B. beim Fauststoß nur der Trizeps arbeiten. Der Gegenspielermuskel, also der Bizeps, muss entspannt und locker sein.
Im Wing Tsung® bietet man dem Gegner keinen Ansatzpunkt, seine Kraft gegen einen anzuwenden. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, einen Wing Tsung®-Kämpfer zu hebeln. Man begegnet der Kraft des Gegners nie mit der eigenen Kraft, sondern weicht aus und gibt nach. Im Wing Tsung® gibt es daher auch keine Blocktechniken, mit denen man versucht, den Angriff des Gegners mit einer Gegenkraft abzustoppen.
Der Wing Tsung®-Kämpfer macht sich die Kraft des Gegners zu nutze, borgt sie, lenkt sie um und richtet sie gegen den Angreifer selbst. Dadurch wird die Kraft des eigenen Angriffs verstärkt. Durch geschicktes Wenden, Zurückweichen und Vorgehen wird die Kraft des Gegners genutzt und kontrolliert.
Erst durch die Beachtung des vierten Kraftprinzips lernt der Wing Tsung®-Schüler, die eigene Kraft gezielt gegen den Gegner einzusetzen. Dies geschieht z.B. durch refl exartiges Vorschnellen des eigenen, durch die Kraft des Gegners gespannten Armes (Bong Sao), das durch eine Wendung oder einen Vorwärtsschritt verstärkt werden kann. |
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